Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Lernreihe München: Emigration und Identität am Beispiel von ungarischem Judentum

Lernreihe: „Vielfalt der Identitäten in der jüdischen Welt“

 
„Wenn ich ich bin, weil du du bist, und du bist du, weil ich ich bin, dann bin ich nicht ich und du bist nicht du bist. Aber wenn ich ich bin, weil ich bin ich und du bist du, weil du du bist, dann bin bin ich und du bist du!“
- Rebbe Menachem Mendel Morgensztern von Kotsk
 
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Identität“ hat im Judentum eine lange und umfassende Tradition: Die berühmte Frage „Wer ist Jude?“ figuriert schon in der Mischna, der mündlichen Torah – seitdem wird sie immer wieder neu gestellt und auch noch heute heiß diskutiert. Gleichzeitig hatte für Juden der Begriff „jüdische Identität“ immer einen engen Bezug zu einem anderen Begriff: „jüdischer Pluralismus“. Die Vielfalt jüdischer kultureller Hintergründe, jüdischer Traditionen, jüdischer Lebenswelten ist auch heute ein Charakteristikum der jüdischen Gesellschaft – in Israel wie auch in Amerika oder Europa.

Dem Themenkomplex „jüdische Identität(en)“ widmen sich die diesjährigen Lernreihen der Europäischen Janusz Korczak Akademie in den jeweiligen Janusz Korczak Häusern, die sich gleichermaßen an jüdische und nichtjüdische Interessierte richten. Die Auseinandersetzung findet anhand von Texten, historischen Ereignissen und aktuellen Beispielen statt.

Bei regelmäßiger Teilnahme kann ein Fortbildungszeugnis erworben werden.

Die Teilnahmegebühr für die gesamte Lernreihe im
Janusz Korczak Haus München (sechs Termine) beträgt 36 Euro. Eine ermäßigte Gebühr in Höhe von 18 Euro kann für Studierende und Arbeitssuchende gewährt
werden.

Der Kurs findet mit einer Mindestzahl von acht Teilnehmenden statt.

Verbindliche Anmeldungen richten Sie bitte an veranstaltungen@ejka.org.

Emigration und Identität am Beispiel von ungarischem Judentum

1956 – ein Land kämpft für seine Freiheit. In der heißen Phase des kalten Krieges war Ungarn bereit für eine Revolution. Wie sollte nach dem Neubeginn weitergelebt werden? Welche Werte sollten beibehalten und welche überdacht werden? Welche Auswirkungen hatten die politischen und historischen Geschehnisse auf die jüdisch-ungarische Identität? Die Identitätsfindung anhand des Beispiels der ungarischen Revolution steht im Fokus dieser Lerneinheit.

Referent: Dr. Tamás Kanyó-Fischer wurde in Ungarn geboren, wuchs in der Schweiz auf und studierte in Basel Geschichte, Philosophie und Russistik. Er promovierte in Freiburg/Schweiz zum Thema Grundlagen der Zivilgesellschaft. Zwischen 2000 und 2012 lebte er in Ungarn, wo er sich in Forschung und Lehre an verschiedenen Hochschulen betätigte.

 
Ort: 
Janusz Korczak Haus München
Datum: 
26.04.2017 -
20:00 bis 21:30