Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Kurzfilme „Jung, jüdisch, bayerisch“

Historiker sind sich einig, dass sehr bald nach der Gründung Münchens im Jahr 1158 auch Juden in der Stadt lebten. Die weitere Geschichte der Münchner Juden ist geprägt von Pogromen, der völligen Vertreibung aus München und Oberbayern im Jahr 1442, der Rückkehr jüdischen Lebens im 18. Jahrhundert, Emanzipationsbestrebungen im Rahmen der Verbürgerlichung im 19. Jahrhundert (mit dem Erfolg der rechtlichen Gleichstellung) und Zuzugsbewegungen aus Osteuropa ab 1920. Vor 1933 lebten schließlich 12.000 jüdische Menschen in München. Dann kamen das Dritte Reich, der Zweite Weltkrieg und die Shoa. Als die Waffen endlich schwiegen, wurden die ungeheuren Verluste ersichtlich, die allein die Münchner Juden erlitten hatten. Es hatten nur 430 jüdische Menschen das verbrecherische Regime der Nazis in Deutschland überlebt. Mit anderen Worten: Mehr als 96 % aller Juden in München waren vertrieben, verschleppt und / oder ermordet worden.

Im München der Gegenwart gibt es wieder bedeutende jüdische Gemeinden. Es wird geschätzt, dass ca. 20.000 Juden hier leben, viele davon sind aus Osteuropa, der Ukraine, Russland und selbst aus Israel immigriert. Davon sind ungefähr 10.000 Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München (IKG). Ein Meilenstein der jüngeren jüdischen Geschichte war sicherlich die Eröffnung der Ohel Jakob Synagoge, dem dazugehörigen Gemeindezentrum und dem jüdischen Museum. Auch die liberale jüdische Gemeinde Beth Shalom wächst und es wird sicherlich auch ihr gelingen, in den kommenden Jahren eine neue Synagoge zu bauen. Und seit fünf Jahren will die EJKA - in deren Beirat auch Charlotte Knobloch sitzt, die Präsidentin der IKG von München und Oberbayern - dazu betragen, durch Bildung, Diskussion und Austausch das Judentum wieder fest in dieser Stadt zu verankern. Kurzum: Jüdisches Leben gedeiht in München!

Dessen ungeachtet, haben wir festgestellt, dass es – neben Vorurteilen und Ressentiments – sehr viel Unkenntnis über die jüdische Religion und Kultur gibt. Dies wurde uns nicht zuletzt durch zahlreiche Gespräche mit jungen Leuten in Schulen und bei Veranstaltungen bewusst. Aus diesem Grund und weil es offenbar eine große Neugier gibt, etwas über jüdische Mitmenschen zu erfahren, hat die EJKA das ambitionierte Medienprojekt „Jung, jüdisch, bayrisch!“ durchgeführt, in dem jüdische Schüler/innen in Kurzfilmen sich selbst, ihre jüdische Identität und ihre bayerische Heimatverbundenheit darstellen. Diese Filme werden im Mai 2014 im Rahmen des Münchner Dok-Filmfestivals uraufgeführt.

Eben diese Filme möchten wir als „Ausgangsprodukt“ für die von uns geplanten Filmgespräche verwenden. Damit möchten wir auf den konkreten Bedarf an Schulen und in der breiten Münchner Bevölkerung reagieren und ein entsprechendes Format anbieten.

Angebot:

Filmgespräch „Jung, jüdisch, bayrisch“: Die Filmemacher/innen des gleichnamigen Medienprojekts der EJKA zeigen ihre Kurzfilme und stehen danach für die Diskussion und Nachfragen zur Verfügung. Ein/e Betreuer/in der EJKA wird in der Regel mit anwesend sein, um zu moderieren und den Ablauf zu strukturieren.

Dauer: ca. 2 Schulstunden.

Ziel:

Die Teilnehmenden erlangen Grundkenntnisse über die Geschichte, die Kultur und die religiösen Hintergründe des Judentums. Sie erfahren Hintergründe der speziellen Situation insbesondere junger, jüdischer Menschen in Deutschland / Bayern / München. Sie werden ihre jüdischen Mitmenschen / Altersgenoss/innen im offenen Austausch erfahren und können Fragen stellen und diskutieren. Durch die konkrete Begegnung mit jüdischen Menschen wird zugleich ein Beitrag zu Antisemitismus und Antirassismus geleistet.

Zielgruppe:

Schülerinnen und Schüler an Münchner / bayerischen Schulen, Jugendverbände, Multiplikator/innen und Fachkräfte der Jugendverbandsarbeit bzw. Jugendarbeit.

Wir empfehlen, eine Gruppengröße von 30 Personen nicht zu überschreiten.

Erforderliche Ressourcen:

  • Raum für die Filmvorführung (Projektionsmöglichkeit!)

  • Falls vorhanden: Medienausstattung (Beamer, Lautsprecher)