Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Exodus - Europa ohne Juden?

Spätestens seit den, oft gewalttätigen und von offen antisemitischem Hass durchsetzten, Ausschreitungen während des Gaza-Kriegs im Sommer 2014 ist deutlich geworden, dass der Antisemitismus in Deutschland und Europa mitnichten der Vergangenheit angehört. Auch dieTatsache, dass jüdisches Gemeindeleben nur hinter dicken Mauern und Panzerglas stattfinden kann, wird von der Zivilgesellschaft hierzulande mit Gleichgültigkeit hingenommen.

Die Fotoausstellung "Exodus - Europa ohne Juden?" lässt diejenigen zu Wort kommen, die vom Antisemitismus direkt betroffen sind: in Europa lebende Juden. In einer Reihe von Interviews, die auf Rollups gedruckt die Ausstellung bilden, sprechen sie über ihre Erfahrungen mit dem alltäglichen Antisemitismus und die Konsequenzen, die sie daraus ziehen. Dabei offenbaren sich sehr unterschiedliche Sichtweisen: während manche über die Auswanderung nach Israel nachdenken oder bereits ausgewandert sind, gibt es auch solche, die bewusst aus Israel nach Europa kamen oder fest entschlossen sind, hier zu bleiben.

Indem es die Folgen des Antisemitismus auf persönlicher Ebene aufzeigt und den Betroffenen eine Stimme gibt, dient „Exodus“ dazu, die Öffentlichkeit für die Gefahren des neu aufflammenden Antisemitismus zu sensibilisieren und die Solidarität in der Gesellschaft zu stärken.

Die Projektidee entstand im Herbst 2014 unter dem Eindruck des vorangegangenen „Sommers des Antisemitismus“. Nachdem das Format der Ausstellung festgelegt wurde, begann die Suche nach geeigneten Interviewpartnern und die Durchführung der Interviews. Die Texte wurden anschließend transkribiert, literarisch bearbeitet, durch einen professionellen Designer formatiert und auf Rollups gedruckt. Insgesamt besteht die Ausstellung zurzeit aus acht Interviews und wurde bisher in München, Berlin, Wien und Duisbrug gezeigt.

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