Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Ein erster Schritt: EJKA begrüßt Resolution des EU-Parlaments zum Thema Antisemitismus

Das EU-Parlament hat im Rahmen einer Entschließung allen EU-Mitgliedsstaaten empfohlen, die sogenannte „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ anzunehmen. Die Europäische Janusz Korczak Akademie begrüßt diesen Schritt, der dennoch nur als erster Schritt in einem langen Prozess des Umdenkens betrachtet werden soll.

Derzeit ist ein Wiedererstarken des Antisemitismus in allen europäischen Gesellschaften zu beobachten. Dieser kommt häufig unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ oder des „Antizionismus“ daher und ermöglicht die Artikulation antijüdischer Ressentiments auch in vermeintlich aufgeklärten und progressiven Kreisen.

Die am 1. Juni verabschiedete Resolution des Europäischen Parlaments fordert die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, die Arbeitsdefinition von Antisemitismus, die u.a. bereits von der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) angenommen wurde und die den sogenannten israelbezogenen Antisemitismus mit einschließt, in ihre Rechtsnormen einfließen zu lassen. In der Resolution werden die Mitgliedsstaaten ferner dazu angehalten, durch die Förderung entsprechender Bildungsangebote und Aktivitäten den Respekt für alle Glaubensgemeinschaften, die Wertschätzung von Vielfalt und den Abbau von Vorurteilen zu forcieren. Insbesondere auch die Medien stünden dabei in der Pflicht, ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung in stärkerem Maße nachzukommen.

Dr. Stanislav Skibinski, Direktor der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA), begrüßt diesen Schritt ausdrücklich: „Zu den Schwerpunkten der EJKA gehört die Förderung eines friedlichen Miteinanders von Religionen und Kulturen durch Bildung. Die Akademie hat sich in der Vergangenheit mehrfach gegen Veranstaltungen und Organisationen positioniert, die unter dem Deckmantel der Meinungsvielfalt und der Kunstfreiheit die Dämonisierung des israelischen Staates betreiben.

Wir finden das natürlich ermutigend, zumal die Wahl des Zeitpunkts der Entschließung des EU-Parlaments durchaus von Sachverstand und Fingerspitzengefühl zeugt: Erst kürzlich konnten wir den fünfzigsten Jahrestag des Sechstagekriegs begehen, und der 70. Jahrestag der israelischen Unabhängigkeit steht 2018 bevor.“

Offenbar sind aber noch nicht alle Institutionen auf europäischer Ebene so weit wie das Europäische Parlament. Als unschönes Beispiel führt Dr. Skibinski den derzeitigen Skandal um eine Fernsehdokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt“ an: Der öffentlich-rechtliche Sender ARTE verweigert die Ausstrahlung des von ihm selbst in Auftrag gegebenen Films, der neben tradierten Formen des Antisemitismus auch Antisemitismus der europäischen Linken in den Fokus stellt. „Wir haben immer noch einen langen Weg vor uns“, so Skibinski.

"Auserwählt und ausgegrenzt" wird derzeit noch vom WDR geprüft, wie es so schön heißt. BILD Online bietet den 93 Minuten langen Film seit heute um 00:00 für 24 Stunden zusammen mit einem Kommentar des Historikers Michael Wolfssohn auf seiner Website an.