Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Das neue Jahresprogramm ist fertig!

Zum Thema unseres Programms 5778 - 2017/2018

Ein Vorwort von Dr. Katrin Diehl

"Pioniergeist. 'Und wenn nicht jetzt, wann dann?' (Hillel 1,14)"

- unser Thema im Rampenlicht des akademischen Jahrs 5778.

An dieser Stelle (und auch das hat bereits Tradition!) ergreifen wir die Gelegenheit, auf einige wenige Programmpunkte, die Sie erwarten und die ein passendes Abbild der Europäischen Janusz Korczak Akademie vermitteln, hinzuweisen. Darunter befindet sich Altbewährtes und Liebgewonnenes ebenso wie das sogenannte Highlight, auf das wir mit viel Freude, Eifer, Aufwand und Aufregung hinarbeiten, bei dem Erwachsene Kinder machen lassen und ihnen die Möglichkeit bieten, aus sich herauszuholen, was im Verborgenen schlummert und geweckt werden will.

Dazu gehört aber auch (fast immer) der Beginn einer neuen Tradition. Sparten wie Vorträge, Kunstausstellungen, gemeinsame Unternehmungen, Workshops, Diskussionen usw. werden selbstverständlich abgedeckt. Und all das - denn gute Überschriften sind mehr als ein Lippenbekenntnis - wird eng geführt, nimmt Tuchfühlung auf mit unserem Jahresthema.

Unsere Lernreihe in München, Berlin und Duisburg möchten wir nicht mehr missen. Im vergangenen Semester passierte es, dass der Raum für die vielen Interessierten kaum Platz bot, dann wieder kamen eher weniger, die allerdings ausgestattet mit großem Wissen und viel Neugierde, so dass sich am Ende ein intensives Gespräch ergeben hat.

Zum Thema "Pioniergeist" werden wir von kompetenten Referenten über das Entstehen der neuen hebräischen Sprache für ein neues Israel hören, über Umbrüche in der synagogalen Musik, über die Öffnung der Religion unter dem Eindruck der Haskala, über den Wandel der Frauenrolle im Judentum, jüdische Pioniere in den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Sozialarbeit. Wir gehen auf Janusz Korczak als "Entdecker" ein, sprechen über die talmudische Sichtweise auf "Pioniere" und wem es wirklich zusteht, als solcher bezeichnet zu werden.

Unsere YouthBridge, ein interkulturelles Jugendprojekt, steht nach ihrer Pilotphase im vergangenen Jahr, die sie ganz wunderbar bestanden hat, auf einem festen Fundament. Von ihrer Notwendigkeit sind wir überzeugt. YouthBridge bringt Jugendliche unterschiedlicher religiöser und kultureller Hintergründe - unter professioneller Leitung - zu Unternehmungen und einem Leadership- und Kommunikationstraining zusammen. Am Ende einer jeden Phase steht ein gemeinsames Projekt. Langfristiges Ziel ist es aber darüber hinaus, ein Netzwerk an erfahrenen, "ausgebildeten" Jugendlichen, die als Multiplikatoren unterwegs sind, entstehen zu lassen. Pioniere auf ihrem Gebiet ...

Ohne Pioniergeist kein Israel. Von Theodor Herzls Kernsatz - "Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina" aus dessen Basler Programm des ersten Zionistenkongresses von 1897 - bis zur Gründung des Staates Israels im Jahre 1948 war es ein aufregender Weg, der an den Nerven zerrte. Auch Konflikte innerhalb der zionistischen Organisationen zur Frage, wie dem Wunsch nach einer jüdischen Heimstätte entsprochen werden sollte, ließen es holpern und krachen.

Im November 1917 kam dann der Brief des englischen Außenministers Arthur James Balfour an Lord Lionel Rothschild, in dem die "britische Regierung Seiner Majestät" ihr "Wohlwollen" für die "Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" zum Ausdruck brachte. Zwischen dem "Staat unterwegs" und der Gründung von Eretz Israel vor 70 Jahren liegt ein Feld für historische Kleinstarbeit. Wir möchten Aspekte davon beleuchten, möchten feiern, möchten uns den Pionieren von damals erkenntlich zeigen.

Ganz neu möchten wir für das kommende akademische Jahr einen "Janusz Korczak Preis für Menschlichkeit" vergeben an diejenigen, die im Sinne Korczaks Gerechtigkeit, Beachtung der Schwächeren und einen Blick für verborgene Nöte in die Welt gebracht haben.

Wir werden in einer Ausstellung die (Pionier-)Leistungen eines Kindes in Not in den Mittelpunkt stellen: Hans Georg Friedmanns selbst geschriebene, illustrierte, gebastelten Heftchen um den erdachten Helden "Tom Lasker". Hans Georg Friedmann war 10 Jahre alt, als er anfing, sich diese Abenteuergeschichten auszudenken. Seine Familie hatte einen festen Platz im Wiener Bürgertum der Zeit. 1945 wurde Hans Georg Friedmann mit 16 Jahren in Dachau ermordet.

In dem Singspiel "Das Postamt gegenüber" bringen wir im Sommer 2018 einen Tag lang Kinder unterschiedlicher Religionen und Kulturen auf die Bühne. Sie steigen in die Welt Janusz Korczaks ein und hantieren voller Ernsthaftigkeit mit ihren eigenen Möglichkeiten und der Konfrontation mit Unbekanntem.

Zu allem und noch viel mehr ... laden wir Sie herzlich ein!

Ihr EJKA-Team 5778

Sie können unser aktuelles Programm entweder gedruckt bei unseren Janusz Korczak Häusern in München, Berlin und Duisburg erhalten oder einfach

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